Erstkommunion


 

„Gott berührt Eltern in ihrem Kind. Die Familie kann deshalb ein zentraler Ort der Gotteserfahrungen und der Glaubensweitergabe sein.“

 

Aber: Eltern brauchen hierfür Begleitung und viele sind dankbar für eine Unterstützung. Religionslehrer werden da gerne in die Pflicht genommen, den Kindern das zu vermitteln, was den Eltern selbst zuhause nicht möglich erscheint. Das allein genügt aber nicht. Mit schulisches Wissen allein ist eine christliche, religiöse Erziehung (die die Eltern ja bei der Taufe des Kindes versprochen haben) nicht zu leisten. Glaubensfragen wie: „Wie ist Gott in meinem Alltag überhaupt spürbar?“ sind damit nicht zu beantworten. Deshalb versucht auch die Gemeinde vor Ort, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz mit ihren eigenen Kindern zu unterstützen.

 

Religion hat Zukunft. Kinder brauchen Visionen für ihr Leben und ihre Zukunft. Deshalb legen wir in St. Chrysanthus und Daria Haan großen Wert auf eine gute und intensive Begleitung von Kindern und ihren Familien bei der Vorbereitung und Feier der Erstkommunion.

 

Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich die Rahmenbedingungen für die Einführung von Kindern und Familien in Glauben und religiöse Praxis grundlegend verändert: ein fast „automatisches“ Christwerden- und sein in einem vorwiegend christlichen Milieu, wie es die Generation der heutigen Großeltern vielleicht noch erlebt hat, funktionierte spätestens bei den aktuellen Eltern schon nicht mehr. Trotzdem hat man viele Jahre noch versucht, die bewährten Wege in der Erstkommunionvorbereitung weiter zu gehen. Dazu gehörten die wöchentlichen Kleingruppentreffen der Kinder mit „Tischmüttern“ bzw. Katechetinnen (vereinzelt haben sich tatsächlich auch Väter hier betätigt) und die verpflichtende Teilnahme an der sonntäglichen Gemeindemesse. Im Mittelpunkt der Bemühungen stand das einzelne Kind und Ziel und Inhalt der Vorbereitung war, dieses auf einem in der Familie begonnen Weg der religiösen Erziehung weiter zu begleiten und zu bilden (Kommunion-„Unterricht“).

 

Die Erfahrungen der vergangen Jahre zeigten jedoch, dass dies in den meisten Fällen gar nicht den realen Bedingungen und Erfordernissen entsprach. Häufig war eine Erstverkündigung nötig; ein grundlegendes Wissen über Jesus, biblische Geschichten oder Glaubensinhalte war schlicht nicht vorhanden und das Kind hatte bislang kaum religiöse Erfahrungen gemacht. In den Sonntagsgottesdiensten langweilte es sich zumeist, da ihm die liturgische Sprache fremd und die praktischen Vollzüge nicht vertraut waren. Dies gilt teilweise auch für die Eltern. Daran konnten auch speziell auf Kinder ausgerichtete, sog. Kinder- und Familienmesse nicht grundlegend etwas ändern. Pflichtgemäß nahmen zwar die Kinder und in einigen Fällen auch Familienmitglieder mehr oder weniger regelmäßig an der Sonntagsmesse teil, sobald die Kommunion festlich begangen war, war dies allerdings bis auf einzelne Ausnahmen abrupt zu Ende.

 

Auch die gesellschaftlichen Veränderungen bleiben nicht ohne Einfluss auf die Zeit zwischen September und Mai, in der üblicherweise die Vorbereitung auf die Erstkommunion stattfindet.

 

Die Kinder sind bis weit in den Nachmittag hinein in der Schule oder in der Ganztagsbetreuung. Die übrigen Hobbies müssen auf den frühen Abend oder das Wochenende ausweichen. Das berufliche Engagement zumeist beider Elternteile beansprucht viel Zeit und Energie, gemeinsame Zeiten für Eltern und Kinder sind rar geworden.

 

Auch die zeitlichen und persönlichen Möglichkeiten der Eltern, sich über mehrere Monate als GruppenkatechetInnen zeitlich und inhaltlich stark zu engagieren werden zunehmend weniger, sodass die Suche nach Menschen, die dazu bereit sind, von Jahr zu Jahr aufwendiger und schwieriger wird. Obwohl diejenigen, die sich dazu bereit erklärt hatten, am Ende oft auch von einer persönlichen Bereicherung und einer Neu-Entdeckung bzw. Vertiefung ihres eigenen Glaubens berichteten, so waren sie dennoch froh, dass die zusätzlichen Termine wieder wegfielen.

 

Weiterhin gibt es auch im Bereich der Gemeindegrößen und bei den hauptamtlichen SeelsorgerInnen grundlegende Veränderungen, die nicht ohne Auswirkung auf die Sakramentenvorbereitung bleiben können. Bislang wurde viel Zeit und Arbeitskraft investiert in eine intensive Begleitung der Kinder und weniger, ehrenamtlich tätiger Erwachsener. Deren durchaus sehr positives Erleben während der intensiven Vorbereitungszeit auf die Erstkommunion blieb in den meisten Fällen aber leider nur ein vorübergehendes. Dass das Kind oder die Familien einen Anschluss AN oder gar Heimat finden konnte IN der Ortsgemeinde, gelang nur in wenigen Einzelfällen. Dass „Kirche“ viel mehr ist als der sonn- oder feiertägliche Gottesdienstbesuch blieb zumeist unentdeckt. Dass es eine lebendige und einladende Ortsgemeinde nur geben kann, wenn es viele Menschen gibt, die sich mit ihren je eigenen Charismen einbringen, muss vielleicht noch stärker betont werden als bislang. Nicht zuletzt gilt es sicher auch verstärkt in den Blick zu nehmen, dass die Einführung und Begleitung von Kindern und jungen Familien auf ihrem Glaubensweg eine Aufgabe der ganzen (!) Gemeinde ist.

 

Ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen hat sich deshalb in einem intensiven Prozess mit den o. g. allgemeinen Entwicklungen und den eigenen Erfahrungen hier vor Ort in Haan und Gruiten beschäftigt. Viele verschieden Alternativen zum bisherigen Konzept der Erstkommunionvorbereitung wurden diskutiert. Dabei wurden auch Ansätze aus anderen Gemeinden und deren praktische Erfahrungen untersucht und bewertet. Bewährte Elemente aus unserem eigenen Konzept (wie z. B. Familientag oder Versöhnungssamstag) sind weiterhin Bestandteile unseres „neuen“ Weges.

 

Wir sind überzeugt, nun einen zukunftsweisenden Ansatz im Bereich der Vorbereitung und Feier der Erstkommunion in unserer Gemeinde gefunden zu haben. Sicher ist er nicht vollkommen und im ersten „Durchlauf“ wird vielleicht manches noch nicht so reibungslos funktionieren wie im bewährten Konzept. Auch bedeutet „Neues“ nicht automatisch, dass es weniger Arbeit und Engagement erfordert als bisher. „Augen zu und durch“ und einfach ein „the same procedure as last year“ ist für uns in Sinne einer Zukunftsorientierung allerdings auch keine Alternative. Wir hoffen deshalb auf Ihr wohlwollendes Interesse. Und wir sind angewiesen auf Ihre praktische Unterstützung für einen veränderten Weg im Rahmen einer „Familienkatechese“, bei dem wir Eltern und Familien Mut machen wollen und sie engagiert, kreativ und im Vertrauen auf Gottes Gegenwart unter uns begleiten wollen.

 

Die Elemente in Stichworten:

  • 7 Weggottesdienste – schrittweise, mystagogische Einführung in die Liturgie
  • 3 Familien-Aktionstage – als Familie gemeinsam religiöse Erfahrungen machen
  • Monatliche Familienmessen – das Leben feiern in kirchlicher Gemeinschaft mit der „Sonntags-Gemeinde“
  • 1 Wahl-Projekt (Krippenspiel, Sternsingen, Passionsspiel, Projektchor/orchester) – selbst aktiv und kreativ werden, Kirche vor Ort erleben und mitgestalten
  • Tauferinnerungsfeier und Versöhnungstag – Gottes Zuwendung erfahren in der Erinnerung an die eigene Taufe bzw. in der Feier des Sakramentes der Versöhnung in der Erstbeichte
  • Erstkommunion-Feiern – mit max. 20 Kindern (Gruiten 10) pro Feier im Rahmen der regulären Samstags/Sonntagsgottesdienste

 

Nähere Auskünfte gibt es bei Gemeindereferentin Ulrike Peters.

 

 


 

 

Alle Eltern, deren Kind im kommenden April zur Erstkommunion gehen möchte,

sind herzlich eingeladen zu einem INFORMATIONSABEND ERSTKOMMUNION 2018

am Dienstag, den 12. September

oder Mittwoch 13. September, jeweils 19.30 im Forum Haan.

 

Wenn sie sich entscheiden, den Weg mit Ihrem Kind gemeinsam gehen zu wollen, haben sie in der dritten Septemberwoche die Gelegenheit zur persönlichen Anmeldung. Die genauen Zeiten dafür sowie die Anmeldeunterlagen gibt es beim Infoabend. Achtung: es erfolgt keine persönliche, schriftliche Einladung wie in den Vorjahren mehr.
Bitte geben Sie diese Information gerne weiter an Familien, die Sie kennen!!


Näher Infos gibt nach dem 22.08.17 gerne Gemeindereferentin Ulrike Peters.